Caritas-Kampagne 2019

Digitalisierung verändert unser Zusammenleben und bietet viele neue Möglichkeiten – gerade im Sozialen. Die Caritas-Kampagne 2019 ruft dazu auf, den digitalen Wandel mitzugestalten und fordert die Politik auf, den Fokus bei der Digitalisierung nicht nur auf Prozesse in Wirtschaft und Industrie zu richten: Sozial braucht digital!

Nutzen Sie regelmäßig Suchmaschinen, um nach Informationen zu suchen? Buchen Sie ihre Flugreise oder das Hotel über das Internet? Mögen Sie es, online zu shoppen? Lassen Sie sich von Navigationssystemen auf dem Weg in einer fremden Stadt leiten? Dann gehören Sie zu den 81 Prozent der "Onliner" in Deutschland, also der Menschen, die das Internet zumindest ab und zu nutzen.

 

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) schreibt, dass die Digitalisierung in allen Lebensbereichen zu tiefgründigen Veränderungen führt. Digitale Teilhabe wird elementare Voraussetzung gesellschaftlicher Teilhabe. Die digitale Transformation erfordert Anpassungsleistungen in allen Lebensbereichen; sie kann nur gelingen, wenn die Richtung der Entwicklungsdynamik als gestaltbar erlebt wird und unterschiedliche Geschwindigkeiten nicht zu uneinholbaren Vorsprüngen kleiner digitaler Eliten führen.

 

Die Caritas-Kampagne ist Einladung und Aufforderung zugleich, innerhalb der Caritas-Landschaft, aber auch mit der Politik, mit Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Ausbildungsstätten, anderen Verbänden und Organisationen Lösungen zu entwickeln, die den digitalen Wandel konstruktiv gestalten im Sinne der Menschen, die Hilfe und Unterstützung suchen.

 

Wie beim digitalen Wandel analoge und digitale Welt ineinandergreifen, zeigt eindrücklich die Online-Beratung der Caritas. Seit 2006 finden Ratsuchende hier Hilfe unabhängig von Zeit und Ort. Diese Form der Beratung erfordert angesichts rasanter technischer Veränderungen eine Weiterentwicklung der bestehenden Plattform, um auch künftig nutzerfreundlich Beratung anzubieten. Online-Beratung verbindet die schnelle Hilfe im Netz mit der Möglichkeit, weitergehende Fragen in der Beratungsstelle vor Ort besprechen zu können. Dieses Zusammenspiel erfährt allerdings eine Begrenzung in der analogen Welt: Die Finanzierungsstrukturen, die sich an regionalen Grenzen orientieren, erweisen sich als Hemmschuh, wenn es um das Angebot einer bundesweit agierenden Plattform geht. Ein weiterer Beleg dafür, dass die Forderung „Sozial braucht digital“ mit zentralen Anforderungen an Politik und Kostenträger verbunden ist: Die gesetzlichen und finanziellen Rahmenbedingungen sind so zu gestalten, dass Online-Beratung im Interesse hilfesuchender Menschen entsprechend realisiert werden kann.

Unsere Online-Beratung finden Sie hier.

 


In einer digitalen Welt müssen soziale Dienstleistungen auch online erreichbar sein: für alle zugänglich und in einer fachlichen Qualität, die in der analogen Welt selbstverständlich ist. Dies fordert nicht nur Politik und Kostenträger heraus, sondern auch einen dezentral organisierten Verband wie den DCV. Hinsichtlich der Gewohnheit, in verbandlichen und regionalen Strukturen zu denken, stellt die digitale Welt in ihrer „Grenzenlosigkeit“ bestehende Abläufe infrage und fordert alle Beteiligten heraus, neue Wege zu gehen.

Die Kampagne „Sozial braucht digital“ will im Jahr 2019 einen Beitrag dazu leisten, die Präsenz der Dienstleistungen und Angebote der Caritas in der digitalen Welt zu diskutieren und zu stärken.
Weitere Potenziale zu nutzen und alle zu gewinnen, aktiv dabei zu sein bei der Entdeckung des neuen Kontinents: das will die Kampagne 2019 erreichen.

 

 

Für die Menschen da sein in der analogen und der digitalen Welt.

 

 


Videos zum Jahresthema:

 


 

 

 

Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie hier: Sozial braucht Digital.

 

 

 

 


vgl. Beck, Claudia (2019): "Soziale Arbeit im digitalen Wandel".

URL: https://www.caritas.de/magazin/kampagne/sozial-braucht-digital/soziale-arbeit-digitalen-wandel

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